SKS – Konzertbericht der SportKultur

Mit einem glanzvollen Konzert des Kammerorchesters der Berliner Symphoniker ging im Sommerrefektorium des Klosters Bebenhausen die diesjährige Reihe der Sommerkonzerte zu Ende – gemeinsam veranstaltet von der Museumsgesellschaft Tübingen e.V. und dem Kulturreferat der Universität Tübingen. Eine Gruppe Klassikfreunde der SportKultur ließ sich dieses Highlight nicht entgehen. Unter dem eleganten gotischen Sternengewölbe, das von nur drei schlanken Achteckpfeilern getragen wird, genossen sie ein musikalisches Verwöhnprogramm der Extraklasse. Unter der Leitung von Gudni A. Emilsson und mit der erst 26-jährigen Ausnahme-Violinistin Elisso Gogibedaschwili als Solistin, setzte das 15-köpfige Ensemble voll und ganz auf die feinen Klangfarben eines reinen Streichorchesters. Das Programm im ausverkauften Saal versprach pure Spannung: Werke von zwei Wiener Klassikern trafen auf zwei skandinavische Meister. Den Auftakt bildete Joseph Haydns Violinkonzert Nr. 1 C-Dur. In dem um 1760 entstandenen Werk verbinden sich italienische Leichtigkeit und spätbarocke Eleganz. Die sprühende Virtuosität und das beinahe sangliche Adagio entfaltete die Solistin auf ihrer Guarneri-Violine mit Enormität im Klang, perfekter Tonkontrolle und äußerst präzisem Bogenstrich. Carl Nielsen gilt als der dänische Nationalkomponist. Seine Landsleute sagen, seine Musik klinge „wie Dänemark“ – nach lichten Buchenwäldern und klarem, nordischem Licht. Seine Suite für Streichorchester von 1888 ist sein Opus 1, das noch tief in der Spätromantik verwurzelt ist: eine nahbare, freundliche Musik mit berührend feinen Lichtstimmungen. Vom Orchester wunderbar nuanciert und transparent durchleuchtet, begleitete diese Atmosphäre das Publikum heiter gestimmt in die Pause. Franz Schuberts Rondo A-Dur (D 438) von 1816 vereint die schwungvolle Aura der Wiener Klassik mit dem schier unerschöpflichen Melodienreichtum des jungen Komponisten. Nach einer getragenen, fast opernhaften Einleitung wuchs das tänzerisch-virtuose Rondo dank Gogibedaschwilis feinfühligem Spiel zu einem mitreißenden Dialog zwischen Solovioline und Streichern zusammen. Den langanhaltenden, begeisterten Applaus belohnten Solistin und Orchester mit einem erfrischenden Kontrastprogramm zur sommerlichen Hitze: Einem frostigen Satz aus Vivaldis „Winter“. Den krönenden Abschluss des Programms bildete Edvard Griegs Suite op. 40 „Aus Holbergs Zeit“ – eine brillante, charmante Neubelebung barocker Tanzformen, gewürzt mit nordischer Melancholie und erfrischender Harmonik. Das Ensemble meisterte die dynamischen Wechsel zwischen mitreißender Rhythmik in den schnellen Sätzen wie dem Präludium und tief berührender Innigkeit mit spielerischer Leichtigkeit. Ein hervorragendes Orchester unter souveräner Leitung, eine phantastische Solistin und ein rundum beeindruckendes Programm machten diesen Abend zu einem sommerlichen Wohlfühlerlebnis, das die Besucher begeisterte und spürbar beschwingt in die Nacht entließ.
 
Text und Foto: Norbert Klotz

Ähnliche Beiträge

  • Blaulichtreport

    Presseportal – Polizeipraesidium Stuttgart 29.07.2026 – 21:06 Stuttgart-Wangen: Geparkte Autos ausgebrannt – Zeugen gesucht – Aus unbekannter Ursache sind am Mittwoch (29.07.2026) in der Geislinger Straße zwei geparkte Autos ausgebrannt. Zeugen entdeckten den Brand gegen 17.15 Uhr und alarmierten Feuerwehr und Polizei. Beim Eintreffen der Polizisten brannten die beiden Autos, ein Smart und ein Renault…