Geschichte

1229

Am 8. März wurde Wangen erstmals erwähnt – zusammen mit Stuttgart und anderen Dörfern der Umgebung. Diese Spur findet sich in einer Urkunde von Papst Gregor IX. , in der er das Kloster Bebenhausen und seine Besitztümer in Schutz nimmt. Ob der Ort schon vor dem Jahr 1000 besiedelt war, ist nach den heutigen Kenntnissen recht fraglich. Bodenfunde wurden bisher nicht gemacht. Etwa um 1130 dürfte Wangen zum Haus Württemberg gekommen sein.

Bild: Papst Gregor IX (1227-1241) um 1250

Um 1250

ist die Michaelskirche als Filialkirche der Martinskirche auf der 
Altenburg in Cannstadt erbaut worden. Sie ist das älteste Gebäude in 
Wangen und bot als Wehrkirche den Einwohnern in Kriegszeiten einen 
gewissen Schutz. Mit dem Sichtkontakt zur Burg Wirtemberg hatte die Kirche 
aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine Schutzfunktion gegen das 
kaiserliche Esslingen.

1292

verkaufte das Kloster Weil zwei Morgen Weinberg zu Wangen, den es von Wolfram von Berg geschenkt bekommen hatte.

1356

Als Grundherren sind vor allem die Herren von Rechberg und etliche Klöster 
aus der Umgebung zu nennen. So gehörten dem Kloster Bebenhausen 5 Morgen Weinberg, ein Wohnhaus und die Kelter unten im Ort.

1534

Die Reformation wird auch in Wangen eingeführt. Pfarrer Jakob Ziglin aus 
Rohracker zieht auf. Die Frühmesse wird aufgelöst.

1558

Nach etlichen unruhigen Jahren kommt Pfarrer Johannes Bollinger nach Wangen. 
Ihm sind die Kirchenbücher zu verdanken, die heute noch vorhanden sind.

1618-1648

Der Dreißigjährige Krieg brachte großes Elend über die Einwohner Wangens. 
Die Rechberger Kelter wurde zerstört.

1713

Die Kelter, Ulmer Straße 334, wurde an der Stelle der alten Bebenhäuser Kelter ebaut und besitzt eine beachtlich große freitragende Deckenkonstruktion. Nach einer Holztafel, die um 1950 entdeckt wurde, entstand das Gebäude unter Herzog Eberhard Ludwig durch seinen »Werkmeister« Peter Hertzler im Jahr 1713.

Bild: Die Kelter um 1950

1905

Am 1. April wurde die Eingemeindung nach Stuttgart vollzogen. Während die 
Handwerker um die Jahrhundertwende auch in den Nachbarorten zunehmend 
Aufträge fanden, verlief die Ansiedlung von Industrie, recht schleppend. 
Erst als der Neckar um 1925 zur Schiffbarmachung kanalisiert und das 
Hochwasser gebannt war, entstanden erste bedeutende Industriebetriebe.1950
wurde dann allerdings die gesamte Markungsfläche im Neckartal durch 
Industrie, Gewerbe, Großmarkt (1957), Neckarhafen (1958) und Bundesstraße 
10 völlig in Anspruch genommen.

Heute

Das frühere Industrieangebot hat sich wieder gewandelt. Es gibt fast 
keinen Produktionsbetrieb mehr, angesiedelt haben sich Handels-, Dienstleistung- und Hightech-Unternehmen.Besonders sehenswert ist die Michaelskirche, eine der ältesten Kirchen in Stuttgart. Von der romanischen Wehrkirche ist außer der Mauer noch der Chorturm fast original erhalten. Dagegen wurde das Kirchenschiff mehrfach erweitert und verändert. Nach einer grundlegenden Restaurierung 1999/2000 präsentiert sich die Kirche innen wieder nach dem Stand von 1903. Benachbart liegt der Friedhof, in seinem alten Teil mit einigen sehr alten 
Gräbern.Ein Spaziergang durch Wangen führt auch an einigen alten Fachwerk- und 
Jugendstilhäusern vorbei. Naherholung im wahrsten Sinne des Wortes bieten Wangener Berg und Wangener Höhe mit Spazierwegen durch Gärten und Weinberge, mit Aussichtsplätzen und Gartenwirtschaften.

Quelle: www.stuttgart-wangen.de